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Dirk Schaper Vorsitzender der Altstadt Gemeinschaft e.V. Seit Wochen füllt das Thema „Düsseldorf-Arcaden“ die Schlag-zeilen. Bei diesem wichtigen Thema im Kommunalwahlkampf erschweren unterschiedliche Einschätzungen der Folgen für die Stadt und für den Einzelhandel die Diskussion.

Ist der Einzelhandel in der Altstadt betroffen?

Klare Antwort: ja. Selbst ein Gutachten des Investors spricht von 3,5% Umsatz-„Umlenkung“ aus dem Gebiet Altstadt. Dabei findet die Aussicht auf eine Bebauung des seit Jahrzehnten brachliegenden Areals am Rande der südlichen Innenstadt zum Nutzen der Bilker Bewohner und zum Vorteil der Stadt Düsseldorf allgemeine Zustimmung.

Problematisch wird es beim Blick auf die Details. Ein Beispiel aus den Plänen des Investors mfi: 250 Mio. Euro Investitionsvolumen, 56.000 qm² Brutto-Geschossfläche, davon knapp 20.400 qm² Verkaufsfläche, Umsatzerwartungen zwischen 80 und 145 Mio. Euro, je nach Umfang der Verkaufsfläche. Diese Zahlen unterliegen, je nach Interessenlage, starken Schwankungen in der öffentlichen Darstellung. Werden sie Fachleuten zur Beurteilung vorgelegt, treffen diese zwei Feststellungen:

- Ad 1, das Verhältnis 20.400 m² Verkaufsfläche zu 56.000 qm² Brutto-Geschossfläche rechnet sich nicht. Als Faustformel der Immobilienwirtschaft gilt ein Verhältnis von 2/3 bis 3/4 Verkaufsfläche zu Wohn- und Büroflächen.

- Ad 2, eine Umsatzerwartung in dieser Größenordnung ist an diesem Standort nur zu erzielen, wenn andere Stadtteile in Düsseldorf und Teile des Um-lands massive Umsatzeinbußen hinnehmen.

Nach der ersten Feststellung muss nach dem Umgang mit grundlegenden Zahlen gefragt werden. Bisher konnten die Antworten des Investors die Zweifel an Methodik und Zahlen nicht ausräumen. Und die Bemerkung zur Umsatzerwartung fordert die Frage an die Kommunalpolitik: welche Auswirkungen haben die Arcaden auf die Entwicklung unserer Stadt?

Protest aus allen Stadtteilen

Um Antworten zu erhalten, haben alle Vorsitzenden der Werbegemeinschaften im Juli eine „Basisinitiative Düsseldorfer Standortgemeinschaften“ gebildet. Von Kaiserswerth bis Eller, Benrath, Oberkassel, Flingern, Bilk, Schadowstrasse, Kö und Altstadt - kurz das gesamte Stadtgebiet - protestiert geschlossen gegen die geplante Größenordnung der Arcaden.

Seither hat diese überparteiliche Initiative Gespräche mit allen Ratsfraktionen geführt, über 15.000 Unterschriften gegen die geplante Größe der Arcaden gesammelt und einen Fragenkatalog an die Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters formuliert.

Im Gespräch mit den großen Ratsfraktionen hat sich herausgestellt, dass die Zustimmung in den Parteien keineswegs so eindeutig ausfällt, wie es Teilen der Presse zu entnehmen war. FDP und Grüne haben sich bereits gegen die Größenordnung ausgesprochen. Nach der Unterschriftenaktion in allen Stadt-teilen spricht vieles dafür, dass die Bevölkerung in Düsseldorf kein Mega-Center in Bilk mit 100% Filialbetrieben wünscht.

Qui bonum -Wem nützt`s?

Die Antwort auf die Frage: qui bonum? – wem nützt`s? kommt über das einmalige Investitions-volumen von 250 Mio. Euro nicht hinaus, solange kein Konzept für die Entwicklung des Einzelhandelsstandorts Düsseldorf vorliegt. Hier sind Stadtspitze und Verwaltung aufgefordert, ihr seit langem angekündigtes Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen. Gerade in der Altstadt wissen wir, welche Bedeutung die Vielfalt und Individualität des Angebots von Handel, Gastronomie und Kultur für Bewohner wie Besucher Düsseldorfs hat.

Ein Einkaufszentrum von der Größe der „Düsseldorf-Arcaden“ in Bilk wird einen spürbaren Teil dieses Gefüges beschädigen zugunsten einer Architektur und eines Angebots, wie es hundertfach in deutschen Städten zu finden ist. Deshalb ist sich die Altstadt Gemeinschaft mit allen Werbegemeinschaften einig: ein Projekt dieser Grösse wird unserer Stadt mehr Schaden als Nutzen zufügen.